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Auszug ASCVILARE

VERÖFFENTLICHUNGEN DES BISCHÖFLICHEN DIÖZESAN ARCHIVS AACHEN BAND 27

ASCVILARE

ESCHWEILER

IN SEINER GESCHICHTE
II. Teil 800 bis 1800
Zweite verbesserte Auflage

WALTER KAEMMERER
1977
B.Kühlen Verlag Mönchengladbach
Erstauflage 1968

Seite 158 ff.:

NOTHBERG

Zur Vorfrage nach ihrer Gründung konnten oben im Rahmen der größeren Landesgeschichte einige immerhin richtungsweisende Gedanken schon vorweggenommen werden. Hier bleibt übrig, die gleichen Urkunden von dort auch auf Aussagen über den Rechtszustand und die Baugeschichte des Nothberger Schlosses zu befragen71. Wir müssen uns nach wie vor damit

begnügen festzustellen, daß die Burg erstmals in jener Urkunde72 vom 27. Mai 1317 genannt wird, durch die Herr Reinald von Monschau und Valkenburg dem Prämonstratenserinnen-kloster Wenau das Patronat und die Einkünfte der Pfarrkirche "in Berge" schenkt und dabei den Altar der Burg im Grenzbereich der Pfarre (... cum altari dastri in Berge nocbis pertinente et infra limites dicte parochiae consistente... ) erwähnt. Es kann sich damals nur um ein festes Haus gehandelt haben, wie wir annehmen dürfen, um den Nothberger Hof (später nach ihren Pächtern auch Meuthens- oder Dahmenshof benannt). Denn die Urkunden73 1334 und 1354 unterscheiden sehr genau zwischen der Burg zu Monschau, der Burg zu Bütgenbach und dem "huys te Berge". Wir sahen ferner, wie nach männlichem Aussterben der Herren von Monschau und Valkenburg, denen unser Haus Nothberg damals zugehörte hatte, deren Besitzungen zunächst 1353 von Reinhard von Schönforst käuflich erworben74, von ihm aber schon 1356 tauschweise dem Herzog von Jülich überlassen worden waren. Bevor dieser Herrschaftstausch aber am 25. Juni 1361 im wesentlichen wieder rückgängig gemacht75 wurde, hatte der Herzog bereits am 18. April desselben Jahres das "Haus Berghe up der Inden" — jetzt zur Unterscheidung vom benachbarten (Laurenz-)Bergh, so genau bezeichnet — seinem Lehnsmann Emund von Engelsdorf überlassen76.

 

Diesem waren aber in der Folgezeit aus seinen mehrfachen Lehnsverpflichtungen gegenüber seinem Jülicher Oberherrn allerlei Schäden und Unkosten erwachsen, insbesondere aus kriegerischen Verwicklungen um die Burg Griepekoven (Kr. Erkelenz), an der die Engelsdorfer seit 1326 lehnsmäßig beteiligt waren, wie auch wegen aller Ansprüche und Forderungen von Bergehe up der Inden und von Wildenbergh und durch Einbußen bei weiteren jülichschen Fehden, namentlich an Knechten (schaelen), (Streit-)Hengsten, Pferden und anderen Sachen. Er vergleicht77 sich deshalb am 1. August 1385 mit dem Herzog und seiner Gattin dahin, daß ihm angesichts seiner treuen Dienste als Entschädigung Schloß und Haus zu Wildenburg mit Landen, Leuten, Herrlichkeit, Hoch- und Niedergericht und allem Zubehör überlassen wird, jedoch mit dem Zusatz, daß es ein "offenes Schloß" für die herzogliche Familie bleiben soll.

71 Kd 9, 1 (Düren) 286 ff. L. Breuer, Nothberg, Ein Heimatbuch, Nothb. 1954 (als Manuskr. gedr.). — E. Quadflieg, Zur Geschichte von Nothberg (ZAGV 77, 1965, 17/29), jedoch mit einigen ungenau wiedergegebenen Urkundentexten.

72 Regg. Ebff. Köln 4,217 Nr 983; Regg Aachen II, 112 Nr 222.

73 Lac. 3, 234 f. Nr 284 und S.423 A. 1.

74 Lac. 3,423 f. Nr. 519 und 468 f. Nr. 561

75 Lac 3, 521 ff. Nr 621.

76 Urk. Köln StA: HUA Nr 2322.

77 Urk. Arnheim RA: Archiv Culemborg Nr. 7612.

 

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